Hunde-Erkrankung in Norwegen

In Norwegen – und bisher nur dort – ist eine auffallend große Zahl von schweren Durchfallerkrankung aufgetreten. Diese Erkrankung hat zu Todesfällen geführt und beunruhigt Hundehalter – nicht nur in Norwegen.
Das norwegische Veterinärinstitut hat jetzt die häufigsten Fragen in Zusammenhang mit der Erkrankung der Hunde gesammelt und beantwortet sie. Wir haben uns vorbehalten, die Fragen und Antworten leicht zu kürzen, und stellen hier die Fragen und Antworten ein, die auch uns immer wieder gestellt werden.

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Orientalischer Augenwurm: Erste Infektionen auch in Deutschland

In den letzten Monaten wurden uns in der Tierklinik zwei Hunde mit einer ungewöhnlichen Bindehautentzündung vorgestellt. Auf den ersten Blick erschienen die Erkrankungen unscheinbar, bei genauerer Untersuchung konnten jedoch kleine Augenwürmer im Bindehautsack entdeckt werden. Diese Augenwürmer, auch Thelazien genannt, befallen die Bindehäute von Hunden, Katzen, Kaninchen, wilden Fleischfressern und auch Menschen. Sie werden von Fruchtfliegen übertragen und waren früher vor allem in Asien verbreitet. Daher kommt auch die Bezeichnung orientalischer Augenwurm.

Dieser Name ist inzwischen allerdings veraltet, da Augenwürmer bereits in Europa verbreitet sind. In Deutschland gibt es bis jetzt nur sehr wenige Fälle. Die meisten der betroffenen Tiere waren vorher im Ausland. So auch einer unserer Patienten. Der Hund war in Griechenland im Urlaub.

Hingegen hat sich die andere Hündin vermutlich in Deutschland infiziert. Die verursachte Bindehautentzündung heilt durch gewöhnliche Maßnahmen nicht ab. Zum Glück lassen sich die Augenwürmer jedoch gut bekämpfen, sodass keine bleibenden Schäden zu erwarten sind. Sie werden unter lokaler Betäubung abgesammelt und zusätzlich werden Medikamente wie Milbemax® oder Advocate®, die man sonst als Mittel gegen z.B. Magen-Darm-Würmer kennt, eingesetzt, um eventuell verbleibende Würmer abzutöten. Der Mensch kann sich nicht direkt an seinem Haustier anstecken, für die Übertragung sind immer Fruchtfliegen nötig.

Neue Staupe-Welle in NRW

Bevor es einen Impfstoff gab, war Staupe die häufigste Todesursache bei Hunden. Die Krankheit, die durch einen Virus ausgelöst wird, galt lange Zeit als fast ausgerottet. Das hat sich geändert. Immer wieder kommt es zu Staupe-Wellen. Die Impfmüdigkeit vieler Hundehalter wird als einer der Gründe genannt.

Jetzt ist die Krankheit wieder auf dem Vormarsch. Medien haben in den letzten Tagen darüber berichtet: In den Kreisen Mettmann und Viersen sowie im Ruhrgebiet sind in den ersten Monaten des Jahres zahlreiche Fälle nachgewiesen worden. Überwiegend Füchse sind gestorben.
Staupe ist hochansteckend für Hunde. Die Krankheit verläuft tödlich. Sie wird durch Speichel, Kot, Urin sowie Nasen- und Augensekret übertragen. Hunde können sich also schon beim Spaziergang anstecken.
Menschen und Katzen befällt das Virus nicht, aber außer Hunden und Füchsen können Marder, Wölfe, Wiesel und auch Waschbären sich anstecken.

Der Schutz gegen Staupe ist der Jahresimpfung eurer Hunde enthalten. Überprüft den Impfschutz eurer Hunde oder lasst den Tierarzt in den Heimtierausweis schauen, wenn ihr unsicher seid. Nicht nur wir raten zur jährlichen Impfung, auch die „Ständige Impfkommission Veterinär“ des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit empfiehlt, dass Hunde gegen Staupe geschützt werden sollen.

Erste Symptome, die auf Staupe hindeuten, können starker Durchfall, Erbrechen, aber auch Husten und Atemnot sein.

Gelenk-Arthoskopie bei junger Tierparkwölfin

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Ein Metallstückchen – neun Millimeter lang und 3 mm breit – das ist die Ursache für die Lahmheit der jungen Wölfin Ilvy (8 Monate) aus dem Heimattierpark Olderdissen (Bielefeld). Das Metallteil sitzt im Inneren des linken Beines am Ellbogengelenk. Unfassbar für alle.

An der Diagnose besteht kein Zweifel. Dr. Kristina Loth, Oberärztin für bildgebende Diagnostik und Anästhesie der AniCura Tierklinik Bielefeld untersuchte die junge Fähe im CT (Computertomographen).
Die Ursache der Lahmheit herauszufinden, das geht nur in Narkose. Ein Risiko, besonders für ein Wildtier, das sensibler reagiert als unsere Haustiere. Ein Grund dafür zunächst abzuwarten. Cheftierpfleger Markus Hinker: „Es kann vorkommen, dass sich ein Wolf „vertritt“ oder einen Muskel zerrt. Das bessert sich dann aber nach einigen Tagen.“

Anders bei Ilvy: Die junge Wölfin, die mit ihrer Schwester und den Eltern im Heimattierpark Olderdissen im Rudel lebt, humpelte seit Wochen, und es wurde nicht besser, sondern immer schlimmer. Klar war: Es musste etwas geschehen. Mit einem Betäubungsgewehr wurde die Wölfin im Gehege in Narkose gelegt (Hellabrunner Mischung) und in einer Transportkiste in die Bielefelder Tierklinik gebracht. Hier war der erste Schritt, dem Tier einen Venenzugang zu legen, die Narkose zu stabilisieren. Dann schoben die Tierärzte Ilvy ins CT.

Die Diagnose überraschte die Tierärzte und das Tierpark-Team. Keiner konnte sich erklären, wie und wann das Metallstückchen in Ilvys Bein geraten war. Weder äußerliche Verletzungen noch eine Narbe waren erkennbar.
Das zeigte sich klar, als Ilvys Bein rasiert wurde für einen Eingriff, der noch einmal eine Stunde dauern sollte. Eine Untersuchung mit dem Arthroskop. Sowohl eine Möglichkeit zur Diagnostik als auch zur Therapie. Hier kann der Tierarzt mit Hilfe der Schlüsselloch-Chirurgie ins Gelenk schauen und auch behandeln. Für diese Untersuchung reichen zwei winzige, kaum sichtbare Schnitte aus.

Klinikleiter Dr. Klaus Flaig leitete die Arthroskopie. „Während der Gelenkspiegelung konnte kein Fremdkörper gesehen werden. Deshalb gehen wir nach der CT-Befundung und der Arthroskopie davon aus, dass der Metallkörper im Zuge des Knochenwachstums in den Knochen incorporiert wurde“. Das Metallteil ist quasi „eingewachsen“. Das bedeutet – so der Tierarzt: „Der Fremdkörper muss nicht entfernt werden“.
Ursächlich für Ilvys Beschwerden: Nach dem Eindringen hat das Metallteilchen entzündliche Veränderungen im Gelenk verursacht. Die Folge: Eine Ellbogendisplasie (Coronoidpathologie) und arthrotische Veränderungen, die den Knorpel schwer schädigen. Dr. Flaig: „Hier reibt sich jetzt Knochen an Knochen. Die Wölfin muss starke Schmerzen haben.“

Ein Knochenfortsatz im Gelenk (Processus coronoideus) hatte sich zudem gelockert. Hier konnte der Tierarzt während der Arthroskopie helfen, den losen Knochenfortsatz entfernen. Die Arthrose kann niemand stoppen oder aufhalten. Den Eingriff und die Narkose hat Ilvy gut überstanden. In ihrer Transportkiste durfte sie langsam aufwachen und den Heimweg antreten.

Leptospirose-Impfung kann Leben retten

Leptospirose – ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Ein Drittel der erkrankten Tieren sterben. Glücklicherweise kann man gegen diese Krankheit wirksam vorbeugen – mit einer Impfung.

Der häufigste Übertragungsweg ist die Aufnahme von mit Rattenharn verunreinigtem Wasser z.B. aus Pfützen. Der Erreger wird von infizierten Tieren mit dem Urin ausgeschieden und kann vom Hund über Haut und Schleimhäute aufgenommen werden.
Etwa 5 - 7 Tage später treten erste Symptome auf. Meist sind das Schwäche und Appetitlosigkeit. Die Infektion kann zu Gelbsucht, Nierenversagen, Anämie (Blutarmut) und manchmal auch zu Lungenblutungen führen.
Der Erreger verbreitet sich zunächst im Blut und setzt sich dann aber auch in den Organen wie Leber, Niere, Milz und auch der Lunge fest. Welches Organ „bevorzugt“ in Mitleidenschaft gezogen wird, hängt von der Unterart des Erregers ab.
Die Erkrankung ist eine so genannte Zoonose. Das bedeutet, dass sie vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann. Ein Grund mehr, Hunde dagegen zu impfen.

Urintest kann bestimmte Krebsarten bei Haustieren nachweisen

Studienergebnisse der Bielefelder Tierklinik liegen vor.

Ein einfacher Urintest kann jetzt helfen, Krebs bei Hunden zu erkennen.: Harnblasenkrebs und Harnröhrenkrebs. Dr. Dr. Peter Pantke, wissenschaftlicher Leiter unserer Tierklinik hat gemeinsam mit Privat-Dozentin Dr. Heike Aupperle-Lellbach von Laboklin, einem der größten deutschen Labors für Tiermedizin, geforscht.

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Neue Auszubildende

Unsere neuen Azubis zur Tiermedizinischen Fachangestellten haben ihre Ausbildung begonnen. Willkommen im Team.
v.li.n.re.: Johanna Tomann, Nina Schildmacher, Diandra Biermann, Franziska Greitemeier und Judith Redeker.

Sommerhitze: Erhöhtes Risiko für Magen- Darm-Erkrankungen

Mit der Hitze steigt das Risiko für Magen- Darm-Erkrankungen. Abgeschlagenheit, Durchfälle, Erbrechen, manchmal mit Fieber. Viele Hunde und Katzen werden mit diesen Symptomen zu uns in die Tierklinik gebracht.
Erstmaßnahmen sind Ruhe und ein Schattenplatz für das Tier, kein Futter geben, damit sich der Bauch erholen kann und viel Wasser anbieten.
Bei blutigem Durchfall: Sofort zum Tierarzt, damit die Ursache abgeklärt und dem Tier geholfen werden kann.
Hält der Durchfall 24 Stunden an, empfehlen wir ebenfalls dringend einen Tierarztbesuch. Bei diesen Temperaturen kann ein Tier schnell austrocknen.
Besonders gefährdet sind Welpen und alte Tiere oder Tiere mit Vorerkrankungen - sie sollten sofort behandelt werden.

Wenn ihr unsicher seid: Wir beraten und helfen euch gerne.

Grannen kleine Körner mit großen Folgen

Toben auf der Wiese kann so schön sein, aber...

vorsicht vor den kleinen Körnchen mit großen Folgen: Grannen. Mit ihren klitzekleinen Widerhaken setzen sich die Gras- oder Getreidegrannen in Nase, Ohren oder unter Augenlidern fest. Erste Anzeichen für einen solchen Fremdkörper in Nase und Ohren sind Niesen, Reiben des Kopfes auf dem Boden oder mit der Pfote. Reiben mit der Pfote wird der Hund auch, wenn eine Granne ins Auge kommt.
Entfernt man die Grannen nicht, können sie wandern oder sich mit einer schlimmen Entzündung verkapseln.
Auch im Fell und unter dem Fell in der Haut können sich Grannen festsetzen. Deshalb: Hund absuchen und bürsten. Eine Pfotenkontrolle, besonders zwischen den Zehen, ist ebenfalls wichtig. Was Nase und Ohren betrifft: Je eher ihr die Grannen sachkundig entfernen lasst, umso leichter geht's und umso weniger muss euer Tier leiden.

Unsere Bilder zeigen, wie wir in die Nase schauen und einen Blick der Mini-Kamera aus der Nase, in der Grannen feststecken.

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Heißes Thema: Gassi in der Sommerhitze

Kein Thema hat auf unserer Facebookseite so hohe Wellen geschlagen wie unsere Warnung: Vermeidet lange Gassirunden mit eurem Hund auf heißem Asphalt in der Sommerhitze. Schmerzhafte Pfotenverbrennungen können die Folge sein.

Schon bei nur 25 Grad Lufttemperaturen kann sich der Boden auf mehr als 60 Grad aufheizen. Bei langen Hunderunden zu Fuß oder erst recht am Fahrrad hat das für den Hund Schmerzen und Verbrennungen der empfindlichen Ballen zur Folge. Wir empfehlen auch hier den Selbstversuch „Barfuss-Test“! Übrigens: Spaziergänge am frühen Morgen oder späteren Abend im schattigen Wald am Bach entlang sind für Mensch und Hunde gesünder!

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